WIR SANFTEN IRREN

wir sanften Irren leben etwas hinterm Mond;
wir haben seine andre Seite oft betrachtet.
Wir sind das Leben hintern Mond gewohnt;
es ist dort immer etwas leicht umnachtet.
Vielleicht, dass wir uns auf dem Mond mal treffen,
wenn ihr nach dorthin kommt mit euren Mondraketen.
Zum Willkomm wird ein Mondkalb euch entgegenbläffen;
wir aber wollen dann für eure gute Heimkehr beten.
Wir sanften Irren, wenn wir zeitunglesen,
dann halten wir die Zeitung umgekehrt;
die Wärter meinen, das enspräche unserm sanften Irren-Wesen,
und haben uns aufs neue immer wieder (aber ganz umsonst) belehrt.
Wir sanften Irren, wenn wir zeitunglesen –
wir wissen, dass man in der Zeitung morgen alles andersrum erfährt;
drum halten wir, wir sanften Irren, wenn wir zeitungslesen,
die Zeitung vorsorglich schon heute umgekehrt.
Wir sanften Irren spielen manchmal Politik.
Die einen haben Karten und die andern Schachfiguren;
die mit den Schachfiguren rufen: “Trumpf !!” –
die mit den Karten rufen: “Schach dem König !!!”
So spielen wir, die sanften Irren, Politik – – – –
mit Karten gegen Schachfiguren.
Und zwischen den Politikern da draußen und uns sanften Irren
der Unterschied – – – der Unterschied ist gar nicht groß.
Das Gute nur ist dies: Wir sanften Irren spielen bloß.

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