SEELENWANDERTOUREN

Eine arme Kirchenmaus weint in ein Weihwasserbecken
Ich bin eine arme Kirchenmaus.
Früher sah ich ganz anders aus.
Da hatte ich Perlen um den Hals und Diamanten.
Ich war die Witwe eines sehr reichen Käsefrabrikanten;
und alle meine lieben Anverwandten
haben mich sehr flattiert.
Aber ich habe es deutlich gespürt,
dass sie nur deswegen mir schön getan,
weil sie sich schon als lachende Erben sahn.
Zuletzt aber habe i c h dann gelacht.
Mein Vermögen hab ich der Kirche vermacht,
auf dass mich der liebe Gott zu sich nähme
und ich auf diese Weise in den Himmel käme.
Nun ja, vorläufig bin ich in einer kleinen Kapelle;
und die macht mir der fromme Küster zur Hölle,
indem er überall Mausefallen aufgestellt –
für mein Geld, das ich der Kirche vermacht,
– was hat sich die Kirche dabei gedacht!? –
Für m e i n Geld!
Ich möchte dabei sein,
wenn Du durch das goldene Tor
in das reich der Träume gehst;
ich möchte dabai sein,
wenn Du die seltsamsten Dinge
mit den Wimpern verstehst;
ich möchte dabei sein, wenn Du mir – im Übermut –
die Stundenzeiger der Sterne verdrehst …

 

 

 

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